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Kinderkrebshilfe TIOLINO -
ein Bericht des Köllitscher Echos verfasst von Familie Hinkelmann aus Köllitsch


Schon geraume Zeit hörte ich immer wieder das Schlagwort "TIOLINO" im Vorstandskreis des Vereines. Als dann ein Autor für diesen Artikel gesucht wurde, schnappte ich mir meinen Sohn Sascha und wir fuhren zusammen nach Bennewitz bei Torgau. Dort erwartete uns Familie Rößler.

Eva-Maria lernte 1976 bis 1979 in Köllitsch, studierte danach Pflanzenproduktion in Berlin. Es zog sie zurück in die Heimat und sie landete bei Max Taubert (Sohn Manfred 64/67) in Melpitz bei Torgau. Später, sie arbeitete bereits beim WTZ in Torgau, lernte sie ihren Mann Wilfried kennen und lieben, 1989 wurde Tochter Elisabeth geboren. Eva-Maria arbeitet nun seit September 1990 im Torgauer Versicherungsbüro Kochinke (Horst Kochinke, 65/68). Mann Wilfried fährt für eine Schweizer Firma Holz- und Kleintiervillen durch Europa und Tochter Elisabeth wird im Bundessortenamt Wurzen zur Gärtnerin, Fachrichtung Obstbau ausgebildet. Nebenbei spielt Elisabeth in Weßnig Fußball, früher im Sturm, jetzt in der Abwehr.

Doch was hat das alles mit "TIOLINO" zu tun? Hinter diesem Kunstwort verbergen sich Vater und Tochter Rößler. Rassegeflügel war schon immer Wilfrieds Hobby. Er veranstaltete Hähnewettkrähen, - wettrennen u.ä. Auf einem Basar mit Wachteleiern kam Elisabeth die Idee, dies alles zugunsten krebskranker Kinder zu veranstalten. Mit dieser schlimmen Krankheit kam sie erstmals im Verwandtenkreis in Berührung. Schon bald besuchten sie die Uniklinik Leipzig. Die Bilder der krebskranken Kinder haben Vater und Tochter Rößler erschüttert und dazu bewogen, noch mehr zu helfen. So entstanden verschiedene Veranstaltungen wie z.B. Hähnewettkrähen, Hähnewettrennen, Entenwettrennen. Nun veranstaltet Wilfried Rößlerseit 2000 jeweils am Karfreitag des Jahres in seinem kleinen Dorf Bennewitz das beliebte Hähnewettkrähen zu Gunsten krebskranker Kinder.

Wurde die Idee anfangs vielerorts noch belächelt, stellte sich schon bald heraus, dass Herr Rößler nicht nur für einen echten gesellschaftlichen Höhepunkt in der kleinen Gemeinde gesorgt hatte, sondern mit viel Engagement auch einen beträchtlichen Erlös für krebskranke Kinder erzielen konnte. Bisher kamen viele tausend Euro zusammen. Damit konnte unter anderem die psychosoziale Betreuung junger Patienten auf der Krebsstation der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche aufgebaut und etabliert werden, wie z.B. Betreuungsangebote auf der Station für Patienten und deren Eltern, Freizeiten für verwaiste Familien, Geschwisterarbeit. Für die Betroffenen ist diese Betreuung neben der medizinischen Versorgung des Patienten eine wichtige Hilfe, um die schwierige Situation als Familie zu meistern.

Mit Unterstützung vieler Freunde im Ort und aufgrund zahlreicher Kontakte zu Geflügelzüchtern wuchs Jahr für Jahr das Teilnehmerfeld und es gelang neben der örtlichen Prominenz auch überregionale Größen aus Politik und Kultur für dieses Spektakel zu begeistern. Bei solch einer Begeisterung war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Medien für dieses Ereignis interessierten. Inzwischen kann diese Veranstaltung auf zahlreiche Presseberichte und einige Fernsehbeiträge verweisen, die die Krebshilfeaktionen weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht haben.

Seit zwei Jahren allerdings werden Hähnekrähen und Entenrennen nicht genehmigt, aus Angst vor der Vogelgrippe. So widmet Wilfried Rößler sein Hauptaugenmerk auf das Ausrichten von Taubenwettbewerben. Und genau soetwas soll am 14.6. 2008 im Rahmen unseres IV. Traditionstreffens stattfinden. Wie das konkret aussieht? Jeder kann mitmachen, egal ob anwesend oder nicht. Nichtanwesende können vorab den Mindestbetrag von 20 Euro auf unser Vereinskonto mit dem Zahlungsgrund TIOLINO überweisen, Anwesende suchen sich vor Ort eine Taube aus. Die Spendenbescheinigung erhält man sofort. Zehn Käfigbatterien mit insgesamt 60 Tauben stehen bereit. Nach Rede und auf Kommando des Schirmherren starten alle Tauben zugleich in Köllitsch aus den Käfigen zum kurzen Flug nach Bennewitz (6 km). Die Namensschilder der Sponsoren werden an der Holzleiste angebracht. Prämiiert werden die ersten drei in der Schlaganlage in Bennewitz eingeflogenen Tauben. Für Euch, die ihr es ermöglicht, so eine Taube starten zu lassen, besteht die Möglichkeit der kostenlosen Werbung - in Form einer Visitenkarte - auf der Homepage von tiolino. www.tiolino.de

Übrigens, es fließt der volle Betrag in die Kinderkrebshilfe! Auch wenn hier fast immer nur von Vater und Tochter Rößler die Rede ist, natürlich steht Eva-Maria hinter ihrem Mann und ihrer Tochter, sie zieht die Fäden im Hintergrund, kopiert, stellt Verpflegung bereit.

Warum ich meinen Sohn Sascha mit zu Rößlers genommen habe? Seit dem Sommer 2007 ist seine Klassenkameradin Lydia an Knochenkrebs erkrankt. Die Klasse hält engen Kontakt zu ihr. Eine Taube am 14.6. ist schon reserviert für die Klasse 7c des Johann-Walter-Gymnasiums Torgau. Sofort nach Saschas Erzählen vom Taubencup spendeten die Kinder das Geld für diese Taube. Es ist angedacht, dass Sascha mit dabei ist, wenn wir den Erlös des Taubencups der Kinderkrebshilfe zukommen lassen. Wir werden den Erlös auf jeden Fall in jene Klinik bringen, in der Lydia gerade behandelt wird.

An Zufälle im Leben glaube ich schon lange nicht mehr. Lydia hat genau an unserem 14.6. Geburtstag. Das ist bestimmt kein Zufall!

Zum Schluß bleibt mir nur der Wunsch nach einer regen Beteiligung Eurerseits am Taubenwettbewerb. 58 Tauben sind "noch übrig", wie gesagt, eine ist für die Klasse 7 c reserviert und die andere für .

Eure Familie Hinkelmann aus Köllitsch
Download des Berichtes mit mehreren Bildern Seite 1
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